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16. Wintertreffen Januar 2016

Russentreiber in Kärnten und Osttirol



Echter als Harley, seltener als ein gutes Spiel unserer Fußballnationalmannschaft: Russische Motorräder auf Kärntens und Osttirols Straßen. So wie diese Motorräder und Gespanne sind auch deren Fahrer. Originelle Typen die wissen wie Geschichten entstehen. Dnepr- und Uralfahrer verkörpern jenen ursprünglichen Freiheitsgedanken, welcher bei Harley schon lange zu Tode getragen wurde.

Dnepr und Ural? Sagt Ihnen nichts? Vermutlich liegt es daran, dass es nur knapp zwei Dutzend Fahrer in Kärnten und Osttirol gibt, die entsprechende Leidenschaft und handwerkliche Fähigkeiten mitbringen, diese exotischen Motorräder und Gespanne zu erhalten. Mit westlichen Qualitätsvorstellungen haben die russischen Dinger wenig gemeinsam. Du kannst mit einem „Russentreiber“ einen Termin um 15 Uhr ausmachen: Nur den Tag sollte man nicht festlegen! Wird gerne gespöttelt

Vom 22. - 23. Jänner 2016 war reges Treiben rund um den Iselsbergerhof. Der Wirt Sepp und seine Familie veranstalteten das 16. Russenwintertreffen, wo sich Gespannfahrer aus der Schweiz, Italien, Deutschland und natürlich Österreich treffen, um ein gemeinsames Wochenende zu verbringen. Russentreffen wird es deshalb genannt, weil Sepp höchstpersönlich ein russisches Motorrad bewegt und auch viele andere Gespannfahrer mit russischen Motorrädern der Marken Dnepr und Ural zum Treffen anreisen. Allein in Osttirol und Oberkärnten finden sich mehr als eine Handvoll Gespannfahrer, die Ihre Ausfahrten mit russischen Motorrädern antreten, bei denen sich neben den originalen „Russen“ auch noch umbauten mit 800er BMW Motor, 2CV Ente Motor und sogar ein originales chinesisches Gespann finden lassen.



Die verschneite Straße und die weiße Winterlandschaft ließ die Herzen der Gespannfahrer höher schlagen, einige der Gespanne haben Beiwagenantrieb, konnten diesen technischen Vorteil gegenüber der anderen voll ausnutzen, fast vergleichbar mit dem Fahrspaß eines VW-Käfer nur eben viel rassiger. Auf der Alm angekommen, bei der Hütte von Hildegard gab es gekochte Hauswürstel mit Sauerkraut und Bauernbrot! Der Blick über das Tal und Lienzer Becken ist einzigartig! Einfach ein Genuss, man steht auf einem Berg, mitten im Winter, rings um einen stehen Motorräder mit Beiwagen, keines gleicht dem anderen, in diesen Momenten wird einem wieder bewusst, warum man immer wieder Gefallen daran findet, sich mitten im Winter, bei klirrender Kälte auf das Motorrad zu setzen und mit langjährigen Bekannten und Freunden gemeinsame Ausfahrten bei den verschiedensten Wintertreffen zu bewältigen.

Löw Alois mit dem neuesten BMW R1200 GS



Löw Alois, Chef der Firma Gespannbau LÖW, kam mit deren neuesten BMW R1200 GS. Das Besondere an diesem Gespann ist der zuschaltbare Beiwagenantrieb, welchen er bei der verschneiten Auffahrt zur Stronacher-Alm auf Herz und Niere testen konnte und welcher den Test mit Bravur bestand.

Der am weitest angereiste Russentreiber kommt aus Bad-Gottleuba-Berggießhügel, nähe Dresden. Bei geselligen Abenden im Iselsbergerhof werden die hungrigen Gespannfahrer mit Köstlichkeiten der Osttiroler Küche verwöhnt und bis tief in die Nacht werden Benzingespräche über Mythen und Wahrheiten der russischen Motorräder geführt.

Am Samstag wurde eine Ausfahrt im Lienzer Talboden unternommen. Diese führte von Iselsberg in das Debanttal, weiter nach Gaimberg und Thurn, durch Lienz nach Amlach, über Lavant und Amlach wieder auf den Iselsberg und als Höhepunkt der Ausfahrt, ging es Richtung Stronacher-Alm.



Am Abend gab es noch einen beeindruckenden Vortrag vom Rosentaler Martin Lederer, der mit seiner BMW R80/GS in 1097 Tagen 5 Kontinente bereist hat. Dies war für alle Teilnehmer eine sensationelle Darbietung mit eindrucksvollen Geschichten und Bildern aus fernen Ländern und Kulturen.

Am Sonntag ging es dann für alle Gespannfahrer wieder nach Hause. Ein erlebnisreiches Wochenende mit vielen Eindrücken und Erfahrungen liegt hinter uns! Schon bald ein auf Wiedersehen, denn das wird nicht lange auf sich warten lassen! Die Gespannfahrer der Steiermark laden uns zum nächsten Treffen bei Judenburg auf der Winterleitenhütte im Februar ein. Dies wird wohl das letzte Wintertreffen für diese Saison werden, von da an steigen die Temperaturen und im März werden wir auch wieder unsere Kollegen auf zwei Rädern auf den Straßen begrüßen dürfen!


Von Christian Jenkner

Mehr dazu in unserer Bildergalerie. 16. Russentreffen 2016